3.200 neue Arbeitsplätze in Forchheim in nur sechs Jahren
© IHK für Oberfranken Bayreuth
Forchheim kann sich von der Negativentwicklung anderer Regionen absetzen
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat im Landkreis Forchheim seit 2019, dem Jahr vor Corona, um 3.237 auf 35.699 zugenommen. Das stellt eine Zunahme von 10 Prozent dar, womit sich der Landkreis deutlich von der Entwicklung in den anderen oberfränkischen Teilregionen absetzt, so das Ergebnis einer regionalisierten Analyse der IHK für Oberfranken Bayreuth.
Die IHK für Oberfranken Bayreuth nimmt die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit genauer unter die Lupe. Der beträchtliche Beschäftigtenzuwachs zwischen 2019 und 2025 ist zu großen Teilen auf das Verarbeitende Gewerbe (+884) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+563) zurückzuführen. Insgesamt können die meisten der 18 analysierten Wirtschaftsabschnitte im Landkreis Forchheim mindestens ein leichtes Beschäftigungsplus innerhalb der letzten sechs Jahre verzeichnen.
Forchheim profitiert von der positiven Entwicklung eines großen Arbeitgebers
”Damit verläuft die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Forchheim wesentlich positiver als in anderen Teilregionen Oberfrankens. Auch der Zuwachs im Verarbeitenden Gewerbe stellt oberfrankenweit eine Ausnahme dar”, erläutert Dr. Michael Waasner, IHK-Präsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Forchheim. In Forchheim spielt allerdings die Sonderentwicklung eines großen Arbeitgebers eine Rolle – das Bild ist also nicht auf andere Regionen übertragbar.
Einzig der Wirtschaftsabschnitt “Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ zeigt im Landkreis Forchheim mit einer Abnahme von ‑208 Beschäftigten seit 2019 einen nennenswerten Beschäftigtenrückgang
Standortbedingungen weiter im Fokus
Trotz Forchheims positiver Zahlen gibt Dr. Waasner keine Entwarnung. “Die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigung werden immer schlechter“, kritisiert Dr. Waasner. Diese Entwicklung sei ein klarer Weckruf an die Politik. “Unsere Unternehmen brauchen faire Wettbewerbsbedingungen, weniger Bürokratie, schlankere und schnellere Genehmigungsverfahren, eine sinkende Steuerbelastung und bezahlbare Energie. Deutschland darf im internationalen Vergleich nicht weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Wir müssen endlich aufhören, darüber zu reden, was anders werden muss, sondern endlich Änderungen bei den Standortbedingungen umsetzen.“
Oberfranken: Seit 2019 Verlust von 15.252 Industriearbeitsplätzen
In Gesamtoberfranken verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe einen sehr deutlichen Beschäftigtenabbau mit einem Minus von 15.252 Beschäftigten seit 2019 (-11,1 Prozent). Zudem ist bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen eine nennenswerte Abnahme zu verzeichnen (-1.406 Beschäftigte). Dies lässt sich durch deren enge Verknüpfung mit dem Verarbeitenden Gewerbe erklären. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsabschnitte, welche sich im Wachstum befinden, etwa die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+5.741 seit 2019), das Gesundheits- und Sozialwesen (+3.342), Verkehr und Lagerei (+2.566), Erziehung und Unterricht (+2.557) oder die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.134).
Während in der Summe seit 2019 oberfrankenweit 4.224 neue Arbeitsplätze entstanden sind, ist die Entwicklung zuletzt spürbar gekippt. Gegenüber 2024 verzeichnet Oberfranken einen Rückgang von 1.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verursacht vor allem durch den Abbau im Verarbeitenden Gewerbe (-3.764), aber auch im Handel und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden (+1.524).
Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stichtag 30.06 des jeweiligen Jahres.











